Was liegt also angesichts dieser Historie näher, als unsere Handweberei gemäß der Tradition in einem dieser typischen Umgebindehäuser unterzubringen?
Unser Haus wurde um 1700 gebaut und ist eines der ältesten Häuser Walddorfs (gegründet 1693).
Das ursprüngliche Umgebindehaus weist noch heute den ganz typischen Grundriß der alten Häuser auf: 
Die Eingangstür führt direkt in die Halle (Hausflur) mit Steinfußboden. Direkt neben dem Eingang beginnt die Treppe ins Obergeschoß, hinter der Treppe ist die Tür in den massiven Teil des Hauses, der früher häufig als Stall oder Vorratsraum (z. B. Garnlager) genutzt wurde. Gegenüber der Treppe führt eine Tür in die Blockstube, den Umgebindeteil des Hauses. Gerade durch die Halle gelangt man in den hinteren Teil des Hauses, der meist als Waschküche o. ä. genutzt wurde und einen Hinterausgang aufweist. Die meisten Umgebindehäuser wurden wie auch unser Haus im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und durch Anbauten erweitert.

Wie wär´s mit einem Rundgang durch unser Haus Spinnwebe?
Möchten Sie mehr über unser Umgebindehaus erfahren? Hier gibt´s Detailbilder, Infos zu Bausubstanz, baulichen Einzelheiten, Grundrissen und Nutzungen. So sah das Haus vor der Sanierung aus.

Sie interessieren sich für das Leben im Umgebinde? Hier finden Sie Referenz- und Verkaufsobjekte Oberlausitzer Umgebindehäuser.

Umgebindehaus


Eingebettet in die Oberlausitzer Berglandschaft prägen Umgebindehäuser noch heute das Aussehen der Orte. Diese Volksarchitektur vereint in sich die slawische Block- und die fränkische Fachwerkbauweise der deutschen Siedler.
Die meisten Umgebindehäuser sind in der Zeit von 1760 bis 1850 errichtet worden. Mit tausenden dieser typischen Häusern weist die Oberlausitz und angrenzende Gebiete das größte geschlossene Gebiet einer einmaligen Volksbauweise in Europa auf.

Die Häuser bestehen aus einer Blockstube rechts oder links der Eingangstür und einem massiven Teil gegenüber. Das Umgebinde besteht aus hölzernen Ständern, Schwellbalken, Kopfbändern und der das gesamte Haus "umbindenden" Rähmung (Balken), umfaßt die Blockstube und dient als Stützkonstruktion für Fachwerkobergeschoß und Dach.

Verzierte Granit- oder Sandsteintürstöcke verschönern oft noch die Häuser. Sehr häufig zu sehen sind auch die zwei schmalen, oft in Granit gefaßten und mit schmiedeeiseren Gittern versehenen Fenster rechts und links der Tür. Auch die Treppenstufen vor dem Eingang zeigen die Bedeutung des hier vorkommenden Granits als Baustoff. Nicht umsonst spricht man auch von den Bewohnern der Oberlausitz manchmal als Granitschädel.

Die typische Dachform des Umgebindehauses ist ein Krüppelwalmdach mit steiler Dachneigung, die oft noch einmal leicht abgeknickt ist. Licht auf dem Dachboden erhielt man durch die typischen Hechte, langgezogene Gauben mit Fensterbändern, oder Ochsenaugen, geschwungene Gauben mit halbrunden Fenstern. Der typische Dachbelag sind Schiefern oder Biberschwänze. Oft wurde die Fachwerkfassade des Obergeschosses verkleidet. Dazu diente vor allem der Schieferbehang, der häufig mit hellen Schiefern gemustert ist, oder die Oberlausitzer Schalung, bei der Holzbretter offenkantig angeschlagen und die Zwischenräume mit einer schmalen Holzleiste überdeckt werden.